Seit geraumer Zeit fahren die führenden Zentralbanken der Welt einen expansiven Kurs. Während die US-Zentralbank (Fed) vor einigen Jahren temporär die Zinsen erhöht hatte, ist dies bei der europäischen Zentralbank (EZB) und auch bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) nicht der Fall.
In diesem Bericht werfen wir einen kurzen Blick auf die aktuelle Situation und wagen einen Ausblick.
Erste Zeichen für Zinserhöhungen
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kauft die US-Zentralbank pro Monat Bonds zum Nominalbetrag von USD 120 Milliarden. Die Leitzinsen sind nahe bei null. Die Frage stellt sich, wann die Anleiheankäufe verringert und schliesslich erste Zinserhöhungen erfolgen werden. Gemäss einer kürzlich veröffentlichten Umfrage unterführenden Notenbankern könnte das Anleiheankaufprogramm per Ende 2022 auslaufen und im darauffolgenden Jahr, also 2023, eine bis zwei erste Zinserhöhungen erfolgen.
Auch die japanische Zentralbank räumte sich in einem Meeting im März mehr Flexibilität bei den Wertpapierkäufen (Quantitative Easing) ein – damit wird eine mittelfristige Reduktion der Kaufvolumen wahrscheinlicher.
Die Bank of England (BoE) bestätigt zwar das Ziel, bis zum Jahresende das Wertpapierportfolio auf GBP 895 Milliarden anzuheben. Damit dieses Volumen nicht bereits vorzeitig ausgeschöpft wird, ist eine zwischenzeitliche Verringerung der Anleihenkäufe relativ naheliegend.
Kleinere Zentralbanken, die etwas weniger im Fokus der Marktöffentlichkeit stehen haben teilweise bereits erste Schritte kommuniziert: So signalisiert die neuseeländische Notenbank für 2021 eine Leitzinserhöhung – die norwegische Zentralbank gar deren zwei. Auch die kanadische Notenbank hat mit einer Reduktion der Bondankäufe begonnen – begründet wird der Schritt unter anderem mit dem überhitzten Häusermarkt.
In Bern und Frankfurt wird gezögert
Damit sind bei den grossen Nationalbanken einzig die europäische EZB sowie die schweizerische SNB, welche noch keinerlei Hinweise auf eine Verringerung der Anleihenkäufe bzw. Änderung der Geldpolitik gegeben haben. Für die EZB-Präsidentin Lagarde ist der Zeitpunkt für eine Zinsanhebung noch nicht da.
Für Kapitalnehmer stellt sich die Frage, welche Zinskosten in Zukunft unter Berücksichtigung verschiedentlicher Szenarien entstehen. Sei es in Anbetracht der aktuellen Zinsstrukturkurve, aber auch bei Zinsschockszenarien. Wir unterstützen unsere Kunden bei der Herstellung von Transparenz und der Entwicklung von Absicherungsstrategien. Häufig sind wir dabei in der Lage, signifikant Zinskosten einzusparen.
Wenn Sie sich fragen, welchen Einfluss steigende oder sinkende Zinsen auf Ihre aktuelle Finanzierung haben, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme.