Wegen der hohen Inflation in den Industrieländern straffen die Zentralbanken die Geldpolitik. Dies führt zu höheren Refinanzierungskosten für Hypotheken. Konkret sind die CHF-Zinsen von fast null Prozent im Januar 2022 auf mittlerweile über zwei Prozent gestiegen.
Das steigende Zinsniveau spielt vor allem Schuldnern in die Hände, welche sich mit Zins-Swaps gegen steigende Zinsen abgesichert haben. Während der letzten sieben Jahre musste neben den fixen Zinsen auch der variable Negativzins bezahlt werden. Dieser Umstand ist im positiven Zinsniveau vorbei. Dies bietet Opportunitäten, die Zinsabsicherung neu zu strukturieren. Viele Zinsswaps weisen wieder positive Barwerte auf, die realisiert werden können. Vorab muss man sich bewusst werden, was die persönliche Zinsmeinung ist und welche Strategie man implementieren will. Viele Schuldner haben vor 2015 sehr lange Zinsabsicherungen abgeschlossen, was dazu führt, dass die Zinsabsicherung höher war als die definierte Strategie.
Die anhaltend hohe Inflation wird die Währungshüter zu weiteren Zinserhöhungen motivieren. Das Risioko einer Rezession steigt dabei. Aufgrund dessen blickt in Europa vor allem Deutschland in den Winter. Aktuell geht der Markt von einer Rezession für Deutschland aus, welche sich negativ auf den Euroraum auswirken kann. Sollte dies eintreffen und sich Europa in einer Krise wiederfinden, ist es wahrscheinlich, dass die Zinsen mittelfristig wieder gesenkt werden müssen. Immobilienunternehmen, welche aktuell über die Finanzierungsstrategie nachdenken, sollten diesen Umstand nicht ausser Acht lassen und die Zinsabsicherungsstrategie genau planen und Opportunitäten nutzen.